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The Voice of Germany – es fing so schön an….

Endlich eine Casting-Show die auf Talent und nicht auf adrettes Äußeres achten. Endlich eine Show, in der die Juroren nicht nur dumme Sprüche klopfen,  sondern wirklich Ahnung haben.

Es fing so schön an…

The Voice nahm sich an einem Trend an, der stark im Aufwind ist. Qualität statt Oberflächlichkeit.

Beth Dito zeigte es uns. Adele legte nach. Und vielleicht liegt der Ursprung tatsächlich in einer Casting-Show. Als der Engländer Paul Potts trotz unappetitlichen Aussehen gewann, weil er einfach unglaublich gut singen konnte.

Das Auge ißt nämlich eben nicht immer mit. Wir haben die Schnauze voll von dümmlichen Prollsprüchen a la Dieter Bohlen. Wir haben die Schnauze voll von Barbies und Kens, die mittelmäßig singen, mittelmäßige Songs anbieten und dennoch den Pop-Olymp besteigen! Wir haben die Schnauze voll von schlechter Musik und aufgesetzten Fratzen. Musik ist Kunst und kein Laufsteg für selbstverliebte Massenprodukte. Weg vom Unnatürlichen hin zur Natürlichkeit. Wir wollen uns finden, in der Musik und in dem Menschen der sie uns gibt. Daher muss im Jahre 2012 der Interpret sympathisch sein und authentisch.

Und genau das schien uns „The Voice of Germany“ zu geben. Wir fragten uns doch alle immer in Dieters Shows „sind das wirklich die Bestn von 10000?“ The Voice beantwortete die Frage souverän: „Nein! Sie waren es definitiv nicht!“ Doch wie der Stern und andere Medien schon feststellten, auch the Voice scheint klare Vorstellungen von einem Superstar zu haben. Und so endet der Traum einer wirklich guten Castingshow schon in der Vorrunde zu den Liveshows. Zu alt? Raus! weiblich ( wo Xavier doch auf Jungs bevorzugt)? Raus!  Sollte das der Sinn sein? Dann habe ich ihn leider zunächst falsch verstanden. Ich wollte die wirklich guten Sänger wie Butch Williams und Elen Wendt weiter hören und keine Bravoboys und heiße Schnecken anschauen. Doch die Mehrheit der Ü30er ist nicht mehr dabei. Und eine weitere Mehrheit bildet nun eine Riege von süßen kleinen Jungs, die ganz nett singen und schön in die Kamera lächeln.

Am meisten enttäuscht ist wohl die Musikwelt von Xavier Naidoo, dachte man doch immer er wäre unser deutsches Riesentalent. Doch seine Songauswahl und Darbietungen überzeugten mich am wenigsten. Seine Fehlentscheidungen wurden nur von BossHoss getoppt. Nena, die ich zugegebenermaßen bis zum Beginn dieser Show immer für eine mittelmäßige Sängerin hielt,  welche es Blümchen-like zufällig nach oben schaffte, überzeugt. Ihre Ideen sind individuell, ihre „Talents“ brüllen sich nicht an, sondern performen miteinander. Sie bleibt immer fair und liebenswürdig. Und sollte ich noch überhaupt eine Liveshow ansehen, dann nur um ihre Leute und Ideen zusehen und Rea Garvey, der ebenfalls sehr sympathisch ist und dessen Entscheidungen ich größtenteils zumindest nachvollziehbar finde.

Wirklich gute Sänger sind auch gute Musiker und schreiben ihre Songs selber. Vielleicht dürfen wir einen solchen Musiker mit großartigem Songmaterial noch erleben. Aber ich denke eher nicht. Diese Hoffnungen sind frühzeitig ausgeschieden. The Voice hat jetzt schon die Erwartungen nicht mehr erfüllt. Schade. so müssen wir weiter auf eine deutsche Adele hoffen und warten.

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